Klassische Reitkunst -
Geschichte
Aus Krieg wurde Kunst... Kavalleriepferde des Barock. Nach einem Stich von Maurice Leloir. Dumas, Alexandre. Die drei Musketiere. Mit Gravüren von Huyot nach Bildern von Maurice Leloir. Archiv NESSA Equestrian Design. Foto: © 2010 NESSA Equestrian Design
Stichworte zur Chronologie
"A little Obedience from a Horse is very great, therefore if somewhat tractable […] take him into the Stable, and caress him; for observe this as a golden Rule, mad Men and mad Horses never will agree together."
- Phillip Astley, The Modern Riding-Master, 1775.
- Die biologische Entwicklung (Evolution), welche das heutige Pferd (Equus caballus) hervorgebracht hat, läßt sich ca. 60 Millionen Jahre zurückverfolgen. Sie begann mit einem fuchsähnlichen Tier (Hyracotherium, früher Eohippus genannt), noch mit mit vier behuften Zehen an den Vorderfüßen und drei an den Hinterfüßen, das in waldigen Gebieten lebte und sich von Blättern ernährte.
Im Laufe der Zeit wandelte sich der Lebensraum der Pferdevorfahren mehr und mehr zur Steppe - statt Verstecken war jetzt Flüchten angesagt, und dies erzwang eine Anpassung in Richtung wachsender Größe, längerer Beine und weniger Zehen, sowie hoher Fluchtbereitschaft. Hartes, stengeliges Futter erforderte Zähne mit großen, harten Mahlflächen.
´Zum Schluß` hatte das Ur-Pferd dann nur noch eine mittlere Zehe (den Huf), lange, schlanke Beine, große Muskelpakete hoch oben am Körper, große rauhe Backenzähne, fast Rundumsicht, und ausgeprägte Wachsamkeit und hohe Fluchtgeschwindigkeit, und war damit ideal dafür ausgerüstet, Raubtieren in der Steppe zu entkommen (oder dem Mähdrescher auf der Landstraße...)
- Vor ca. 50 000 Jahren gab es dann das erste ´echte` Pferd, nach dem Fundort das "Moosbach-Pferd" genannt.
- Einige Forscher nehmen an, daß es nach der letzten Eiszeit bereits verschiedene Typen von Pferden gab (edlere, schwerere, und ponyartige), aus denen dann die verschiedenen Hauspferderassen gezüchtet wurden (hier gibt es noch Diskussionen).
Das "Przewalski-Pferd", das 1879 in der Mogolei entdeckte, das eineste überlebende echte Wildpferd, gilt als einer der Stammväter des Hauspferdes.
- Ca. 4000-3500 v. Chr. in der Jungsteinzeit wurde das Pferd bereits am oberen Dnjepr (Rußland) domestiziert (gezähmt). Vorher diente das Pferd dem Menschen als Jagdbeute. (Neuere Forschung kann einen noch zeitigeren Domestikationszeitpunkt ans Licht bringen. Man ging lange davon aus, daß das Pferd zuerst gefahren und dann geritten wurde, möglicherweise wird sich auch diese Sichtweise verändern.)
- Ab ca. dem 3.-2. Jh. v. Chr. (möglicherweise schon früher?) gibt es Belege für den Gebrauch des Pferdes vor dem Kultwagen in Eurasien.
- Um ca. 2000 v. Chr. wurde das Pferd in Mesopotamien (heute Iran), Nord-Syrien und im östlichen Kleinasien vor dem Streitwagen genutzt (vgl. Pharao in der Bibel!)
Das Hauspferd erreichte um diese Zeit Nord-Europa.
- Ab ca. 1500 v. Chr. ist Reitgebrauch belegt (aber zufolge neuere Forschung bereits früher?) Chinesische Quellen scheinen Reiter schon um 2155 v. Chr. zu erwähnen.
- Zwischen 1250 und 800 v. Chr. scheint man mehr und mehr vom Fahren zum Reiten überzugehen (aber neuere Forschung: möglicherweise Reiten schon früher, auch vor dem Fahren?)
- Ab ca. 800 v. Chr. beginnt das eigentliche Reiterkriegertum im Zusammenhang mit der Etwicklung des Vollnomadismus.
- Im 6. Jh. v. Chr. schrieb Cimon v. Athen offenbar schon eine Reitlehre, denn diese wird erwähnt von Xenophon.
- Xenophon, athenischer Kavallerieführer (ca. 430 v. Chr. - 354 v. Chr.), schrieb Über die Reitkunst (Peri hippikes); diese Schrift wird als das Grundwerk der westlichen Reitkultur angesehen, denn sie ist nicht nur die erste vollständig überlieferte Reitlehre, sondern sprach auch schon grundlegend wichtige Prinzipien des Umgangs mit Pferden an:
> Gewicht auf ein Verständnis für das Wesen des Pferdes
> Pferd als Individuum gesehen
> Ziel: Harmonie von Pferd und Mensch
> Pferd braucht eine planmäßige Ausbildung, um ein gutes Reitpferd zu werden
> Gewalt bringt nichts: "Was unter Zwang erreicht wurde, wurde ohne Verständnis erreicht und ist ebenso unschön wie das Peitschen oder Spornieren eines Tänzers."
> "Verliere beim Umgang mit Pferden nie die Beherrschung, dies ist die wichtigste Regel für jeden Reiter."
(Aber: Erste schriftliche Erwähnung von Pferdetraining noch älter: Anweisungen betreffend Streitwagenpferde sind bereits aus der Zeit König Hammurabis, altbabylonische Periode 1728-1686 v. Chr., bekannt.)
- 8./9. Jh.: Fränkische Universalkrieger legen Grundlage für das spätere Lanzenreiten des Mittelalters.
- Im Laufe des Mittelalters (ca. 500-1500 n. Chr.) werden Rüstungen und Pferde immer schwerer à
> führt zum ´Stehsitz`, hohe Galerien am Sattel müssen Halt geben
> nach vorne weggestreckte Unterschenkel erforden extrem lange Sporen, um das Pferd zu erreichen
> Kandaren mit extrem langen Anzügen, um die schweren, wenig geschulten Pferde ´stoppen` zu können
è steifer Sitz mit wenig Kontakt zwischen Pferd und Reiter, kaum eine ´feine` Reiterei möglich
> moderne Reitturniere benannt nach dem ritterlichen "Turnier", auf dem sich die Krieger in Kampfspielen maßen (von "tourner", dem "Drehen" oder "Wenden" der Schlachtrösser)
- Zu Beginn der Frühen Neuzeit (von ca. 1500 an) bringen Veränderungen der Waffentechnik (Schußwaffen!) und Militärstrategie einen Wandel der Reiterei, weg vom schweren, gepanzerten Pferd zu leichteren und beweglicheren Pferden.
- Aber zur Zeit der Renaissance gilt immer noch der Stehsitz, und die Pferde sind immer noch schwerer als das, was wir heute leichtes Reitpferd nennen.
- 1502 erobern Spanische Truppen die Königreiche Neapel, Sardinien und Sizilien und bringen iberische Pferde mit. Diese entsprechen dem Bedürfnis nach wendigeren Pferden, werden zum neuen Ideal und werden mit lokalen Pferdeschlägen gekreuzt à es entstehen neue Rassen wie z. B. der Neapolitaner und der Lipizzaner.
Aufgrund der gleichzeitigen kulturellen Entwicklung wird Reiten zunehmend als Selbstzweck, als standesgemäße ´ritterliche Kunst` angesehen, nicht mehr nur als Kriegstechnik.
- 1532 gründet Frederico Grisone die Reitakademie Neapel.
- 1550: Frederico Grisone, Ordini da calvacare (Reitlehre, stützt sich auf Xenophon):
> Reiten um seiner Selbst willen und als Zeitvertreib, nicht mehr nur als militärische Notwendigkeit
> zielbewußtes Training mit Trabarbeit, Zirkeln, Rückwärtsrichten, und Klettern, um die Hinterhand zu stärken
> absolute Aufrichtung
> Pferd muß unterworfen werden, ist verantwortlich für seine Handlungen
> mit Furcht unterwerfen, dann schmeicheln
> trotzdem am Besten das Pferd nicht wider Willen zwingen - wird aber dennoch als Begründer der "Französischen Gewaltschule" angesehen
> oftmals noch brutale Methoden - z. B. soll man, wenn ein Pferd nicht vorwärtsgeht, eine wütende Katze an einen Stock binden und dem Pferd an die Kruppe halten...
- Während des Übergangs zum Barock und im Laufe des 17. und 18. Jh.s wird Reiten mehr und mehr Repräsentation und nicht mehr nur Kriegstechnik - die Pferde sollen jetzt nicht mehr nur funktionieren, sondern auch schön und stolz aussehen! Auf Hoffesten, die gerne "Rossebalette" (Vorgänger der Quadrille!) beinhalten, dienen hoch ausgebildete Pferde, die in hoher Versammlung und zierlichen Lektionen paradieren, der adligen Selbstdarstellung. Jeder Fürst, der auf sich hält, hat seine eigene Reit- oder Ritterakademie, wo junge Adlige die modischen Fähigkeiten des Reitens, Fechtens, Tanzens usw. lernen können.
> Sattelzeug wird etwas leichter
> Kandaren etwas kürzer
> aber im Prinzip immer noch ein gestreckter ´Stehsitz` in einem Sattel mit hohen Galerien (= Zwieseln)
> Auch die Idee, Pferde müßten durch harte Strafen zur Unterwerfung gebracht werden, hält sich noch bei vielen Reitmeistern, und man ist oft nicht zimperlich - Christoff Jacob Lieb empfiehlt z. B., bei Zungenstreckerproblemen dem Pferd den heraushängenden Zungenteil mittels eines speziellen Gerätes einfach abzuschneiden.
- 1572: Spanische Hofreitschule zu Wien zum ersten Mal erwähnt (aber der heutige Reitsaal wird erst 1729-1735 von Joseph Emanuel Fischer von Erlach gebaut).
- 1593: Salomon de la Broue, Cavalerie française. Schüler von Pignatelli, eines Schülers von Grisone. Begründet die sogenannte ´Französische Gewaltschule`.
- 1609: Georg Engelhard Löhneysen, Della Cavalleria:
> Gebogene Linien und starke Versammlung
> Strafen nur bei Fehlern des Pferdes, sonst Loben
> Verlangt wie Grisone noch absolute Aufrichtung
> Großes Gewicht auf individuell passender Zäumung, führt 126 Typen von Trensengebissen und 145 Typen von Kandarengebissen auf
- 1623: Antoine de Pluvinel (1555-1620), Reitlehrer Louis XIII.: Le Manège Royal (Reitlehre, erschien erst nach seinem Tod)
> Gehorsam ist zentral, aber humaner und psychologischer Ansatz, gegen die sog. ´Gewaltschule`
> Lob statt Strafe (à moderne Verhaltensforschung bestätigt: Lob = "positive Verstärkung" fördert das Lernen wirkungsvoller als Strafe oder Wegfallen von Druck = "negative Verstärkung"!!!)
> Der Reiter muß sich auf die individuelle Veranlagung des Pferdes einstellen
> Das Pferd soll weder am Anfang, in der Mitte, noch zum Schluß geschlagen werden, denn:
"Wir sollten besorgt sein, das Pferd nicht zu verdrießen und seine natürliche Anmut zu erhalten, sie gleicht dem Blütenduft der Früchte, der niemals wiederkehrt, wenn er einmal verflogen ist." Nur so kann das Pferd ein standesgemäßer, stolzer ´beweglicher Thron` für den adligen Reiter werden.
> Pluvinel wird als Erfinder der Pilaren angesehen.
- 1658: William Cavendish, Duke of Newcastle, Methode et invention nauvelle de dresser les chevaux:
> lehnt die Arbeit an 2 Pilaren ab
> 1 Pilar, Lektion "Kopf in die Volte" (Vorgänger des Schulterherein)
> entwickelte zur Schonung des Mauls einen Kappzaum, den er mit dem von ihm erfundenen Schlaufzügel kombinierte
> erkannte, daß das Pferd mit der Hinterhand unter den Schwerpunkt gearbeitet werden muß
> echte Versammlung nicht möglich ohne eng an einander vorbei spurende Hinterbeine
> zum Erreichen der Versammlung wird nur mit dem inneren Zügel eingewirkt
> teilweise noch gewaltsame Methoden zur Unterwerfung des Pferdes
- Seit ca. 1660 entwickelt sich in England der Rennsport, der am Ende des 18. Jh.s zur Entwicklung des Englischen Vollbluts auf orientalischer Basis führt (General Stud Book seit 1791)
- 1664: Johann Christoph Pinter von der Aue, Vollkommener Pferdeschatz:
> verlangt Balancesitz auf den Sitzknochen mit gebeugtem Knie und ´mitatmendem, haarfühlenden` Schenkel
> gegen den überstreckten ´Stehsitz`
> kann sich jedoch noch nicht durchsetzen
- Ca. 1675: Georg Simon Winter von Adlersflügel, Reitkunst:
> baut auf Pluvinel & Newcastle auf
> beschreibt aber schon Piaffe und Passage, nicht nur Lektionen und Schulsprünge im Galopp
> Stehsitz, aber Oberkörper nicht mehr zurück gebogen wie bei Pluvinel
- Im Laufe des 18. Jh.s wird die Kampfreiterei der Renaissance noch mehr zur Schulreiterei, einer Kunstform, umgeformt.
> Gleichzeitig entsteht die Campagnereiterei - die Reiterei der neuen, geländegängigen, disziplinierten Massenkavallerie, z. B. Reform der Preußischen Kavallerie unter Friedrich II. dem Großen durch von Seydlitz.
> Pferdezucht wird mehr planmäßig, im großen Stil staatlich organisiert - z. B. Gründung der staatlichen Gestüte
1732 Trakehnen (Ostpreußen)
1789 Bábolna (Ungarn) - Heimatgestüt der Shagyas, der Elitepferde der Husarenoffiziere
> Der bevorzugte Pferdetyp wird gerne noch etwas leichter und ´orientalisiert`
- 1733 François Robichon Sieur de la Guérinière (1688-1751), Ecole de Cavalerie:
> erste zusammenhängende und systematische Reitlehre
> Der Zweck der Pferdeausbildung ist es, das Pferd "durch systematische Arbeit ruhig, gewandt und gehorsam zu machen, damit es angenehm in seinen Bewegungen und bequem für den Reiter wird."
> humaner Umgang mit dem Pferd
> betont gegen Newcastle die Bedeutung des äußeren Zügels
> entspannter Balancesitz auf dem Gesäß mit leicht gebeugtem Knie und locker hängenden Unterschenkeln (anstatt des üblichen Spaltsitzes)
> Gewicht und Schenkel wichtiger als Hand, Zusammenarbeit aller Hilfen
> Schulterherein
> leichtere, flachere Sättel
> junge Pferde auf Trense anreiten, für erwachsene moderate Kandaren
> Ausbildung des Pferdes = Kultivierung der Natur
> schonend und ohne Zwang "vom Leichten zum Schweren"
> fordert allgemeine Prinzipien, die grundlegend für die Weiterentwicklung der Klassischen Reitlehre werden: Losgelassenheit, Durchlässigkeit, Versammlung, Gehorsam (heute noch in der "Skala der Ausbildung" zu finden!!!)
è wird nicht generell akzeptiert, aber sofort von der Spanischen Hofreitschule in Wien unter Max Ritter v. Weyrother übernommen, die von da an auf de la Guérinière aufbaut.
- Von 1760 an erlangt die Universitätsreitschule zu Göttingen internationale Bedeutung unter Reitmeister Johann Heinrich Ayrer und seinem Sohn. Die Universitätsreitlehrer haben den Rang von Professoren.
- Bereits am Ende des 18. Jh.s beginnt der Reitsport sich zu entwickeln (Tests für Kavallerie- und Zuchtpferde)
- Die Napoleonskriege seit dem späten 18. Jh. und das folgende Revolutionszeitalter von 1789 bis ca. 1848 bringen das Ende der adligen Reitakademien.
> Die Fürstenhöfe verschwinden mehr und mehr, die Fürsten ziehen sich vom persönlichen Einsatz auf dem Schlachtfeld zurück, die Militärtechnik und -strategie verändert sich, die Massenkavallerie, die auf flachem Feld rasch vorwärtsstürmen soll, löst endgültig die einzelnen, hochausgebildeten Pferde des adligen ´Einzelkämpfers` ab. Der Militäreinsatz wird wieder tonangebend für die Reiterei.
> Die neuen Zentren der Reiterei sind nicht mehr die adligen Reitakademien, sondern die Kavallerieschulen.
> Den neuen Erfordernissen entsprechend verändert der bevorzugte Pferdetyp verändert sich wieder, weg vom Iberer als ´Idelatyp` der Barockzeit, hin zum Orientalen und später zum Vollblüter/ Halbblüter, auch unter dem Einfluß der Englischen Jagdreiterei.
> Die Reitlehre wird vereinfacht und systematisiert, da nun große Mengen an oft unvorbreiteten Rekruten und Jungpferden innerhalb kurzer Zeit so ausgebildet werden müssen, daß sie als disziplinierte Formationen manövrieren können. Kunstvolle Schulreiterei in der Reitbahn ist weniger gefragt, es gilt die Kontrolle über das Pferd in jeglichem Gelände und auch bei hohem Tempo.
> Wichtige Meister des 19. Jh.s: neben François Baucher General l´Hotte, d´Aure, E. F. Seidler, Seeger und Steinbrecht
- 1810: Erster ´Pferdeflüsterer?` Der Ire Dan Sullivan, Analphabet, stirbt am Alkoholmißbrauch nach einem Leben voller ´Mirakelkuren`, in dem er unzählige unhandtierbare Pferde korrigiert hat. Verdiente nicht daran und verriet keinem seine Methode - man weiß nur, daß er sich zusammen mit dem gefährlichen Pferd und einem Seil in eine Box einsperren ließ.
- 1814: König Louis XVIII. von Frankreich erhebt die Kavallerieschule in Saumur (bestehend seit 1768) zur zentralen Ausbildungsinstitution für französische Offiziere.
General l´Hotte vertritt die Balance zwischen künstlerischer Dressurreiterei und der ungymnastizierten englisch-deutschen Geländereiterei.
- 1816: Wilhelm II. von Preußen erläßt Befehl zur Gründung eines Reitinstituts für Offiziere und Soldaten.
- 1842: François Baucher (1776-1873), Methode d´equitation:
> ´Zirkusschule`
> virtuose, teilweise unnatürliche Lektionen (wie Rückwärtstraben, Rückwärtsgalopp, Galopp auf drei Beinen usw.)
> Korrektur durch Hohe Hand
> Abkauübungen zu Fuß
> Abbiegeübungen im Halten
> Mechanische ´Zurichtung` des Pferdes
> Reiter wird gedrillt
> wenig Vorwärtsreiten
> die Vorwärtsinstinkt des Pferdes wird durch den Willen des Reiters ersetzt
- 1844: Louis Seeger, System der Reitkunst
> Schüler v. Max von Weyrother (Wien)
> führte die erste öffentliche Reitbahn Berlins
> ganzheitliche Annäherung gegen Baucher - Formen des Pferdes in der Bewegung
> seit 1852 Kritkk an Baucher
> betont Vorwärtsreiten
> kurze Zügel und ´Riegeln` zur Erzielung absoluter Aufrichtung
> entwicklung des Hannoverschen Reithalfters inspiriert von der Wirkung des Kappzaums
> pädagogischer Ansatz in der Reiterausbildung
> Sitzübungen an der Longe
> Betonung des "Reitertakts"
- 1857: Der Amerikaner John F. Rarey macht als Partner des Geschäftsmannes R. A. Goodenough eine steile karriere als Zähmer gefährlicher Pferde.
> Berichte sowohl über humane als auch gewaltsame Methoden
> Tritt für gewaltlosen Umgang mit Tieren ein
> großer ´Showfaktor`, verdiente große Summen durch seine ´Pferdeflüsterertätigkeit`
1860: E. F. Seidler, Die Dressur des Pferdes:
> erwähnt Gymnastizierung
> solide Grundausbildung für das junge Pferd
> führt Leichttraben (´Englischreiten`) ein
> junge Pferde sollen 2 x in der Woche ins Gelände
> entspannter Balancesitz
> Das Pferd soll von hinten nach vorne in die Anlehnung hinein geritten werden.
> starke Zügelhilfen, mechanistische Auffassung (nach Baucher)
> kritisierte Bauchers ´Rückwärts-Reiterei` (1844)
- Seit 1867: Militär-Reitinstitut zieht nach Hannover um, besonders wichtig Gustav Steinbrecht (1808-1885), Das Gymnasium des Pferdes
- 1870: François Baucher, La seconde manière:
> nähert sich wieder an die Klassische Auffasung an
> korrekte Hankenbeugung
> nur über lösende Arbeit kann korrekte Versammlung erreicht werden
- 1886: Gustav Steinbrechts (1808-1885) Notizen werden posthum (nach seinem Tod) publiziert als Das Gymnasium des Pferdes (herausgegeben von Paul Plinzer, Stallmeister Kaiser Wilhelm II.; Plinzer selbst überzäumte jedoch seine Pferde, um sie für den schwachen Reiter Wilhelm II. händelbar zu machen).
> Steinbrecht war Schüler Louis Seegers und leitete dessen und später sein eigenes Reitinstitut
> bildete größtenteils Zirkuspferde aus
> begründete die moderne deutsche Reitlehre, welche die Dressurausbildung als Grundlage allen Reitens ansieht
> "Reite Dein Pferd vorwärts und richte es gerade"
> gegen Bauchers Schnelldressur, Mechanismus und ´Rückwärtsreiten`
> ganzheitliche Gymnastizierung
> Reiner Gang
> Geraderichtung durch "Schultervor"
> Ruhe und Geduld
> Der korrekte Sitz ist beweglich, nicht steif, da er dem beweglichen Schwerpunkt des Pferdes folgen muß
- 1894: James Fillis, Grundsätze der Dressur und Reitkunst:
> auf den Zirkus ausgerichtet, artistische Darbietungen
> von Baucher inspiriert, kritisiert aber Baucher´s ´Zusammenschrauben` der Pferde
> unterstreicht Vorwärtsreiten, Losgelassenheit und Leichtigkeit
> jedoch keine Rahmenerweiterung in verstärkten Tempi
> Balancesitz, aber Stuhlsitz
- Um 1900 propagiert der italienische Kavallerieoffizier Friderico Caprilli (1868-1907) seine Natürliche Methode des Eingehens in die Bewegung des Springpferdes mit kurzen Steigbügeln (Beginn des modernen Leichten Sitzes). Wurde bereits 1842 von von Kegel benutzt und auch an der Kavallerieschule Hannover von Freiherr Fuchs-Nordhoff, findet aber noch keine weitere Verbreitung.
Vor der Jahrhundertwende hatten folgende Strömungen vorgeherrscht:
> In Deutschland mußten die Pferde ´am Zügel springen`, Reiter saß schwer bei deutlicher Handeinwirkung.
> In Frankreich galt "Wenig Hand und viel Schenkel", geschmeidiger Sitz in Rücklage, Pferd wird nicht festgehalten.
Zuerst übernahmen in Deutschland nur Zivilreiter den Caprilli-Sitz, Militärreiter behielten bis Mitte der 1920er Jahre den ´Dressur-Springsitz` bei, erst die Eröffnung des Springstalles der Kavallerieschule Hannover führte den modernen Springsitz beim Militär ein.
- 1912: Kavallerie-Reitvorschrift ausgeweitet zur H. Dv. 12 (= Heeresdienstvorschrift 1912; Einfluß Hans von Heydebrecks, Skala der Ausbildung); verbesserte Ausgaben 1926, 1937
Erste Olympische Reiterprüfungen in Stockholm
- Erste Blüte des Reitsports 1920er- und 1930er Jahre (meist Militär, oder reiche Privatleute)
- 1921: Gründung der FEI
- 1927: 1. Prüfung für zivile Berufsreitlehrer
- 1928: Ausbildungsställe für die Spezialdisziplinen an der Kavallerieschule Hannover eingerichtet (u. a. Otto Lörke und Oskar Maria Stensbeck als Zivilstallmeister)
- 1935: Gustav Steinbrechts Das Gymnasium des Pferdes (1886) überarbeitet und in 4. Auflage herausgegeben von Hans von Heydebreck (1886-1935).
Von Heydebreck war ebenfalls Mitglied der Kommission, welche die H. Dv. 12 (Heeresdientsvorschrift 1912) beschloß, die Grundlage für die späteren Richtlinien für Reiten und Fahren.
> legte die Skala der Ausbildung fest
> Seine Fußnoten zu Steinbrecht verarbeiteten neue Einsichten, z. B. daß ein relles Nachgeben des Pferdes im Genick nicht durch Zügeleinwirkung, sondern nur aus der Aktivität der Hinterbeine entwickelt werden kann.
- Seit 1945: Zeitalter der Kavallerie im Westen vorbei, Entwicklung des neuen Reitsports, wird wesentlich durch die alten Kavallerie-Reitlehrer mit aufgebaut
è erhält einen gewissen ´Drillcharakter`, der bald von der beginnenden Freizeitreiterei kritisiert wird und Anstöße zur Suche nach Alternativen gibt
- 1950: Richtlinien für Reiten und Fahren (unterstreicht seither das Erbe der Klassischen Tradition, d. h. Pluvinel, de la Guérinière, Steinbrecht etc.!)
ó fast von Anfang an gibt es Kritik an der Sportreiterei, in welcher der Ehrgeiz einiger Reiter wichtiger wird als korrektes, dem Wohl des Pferdes dienendes Reiten (z. B. durch Erich Glahn, Horst Stern, Gerd Heuschmann...)
- In den ersten 25 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg sank die Pferdezahl in Mittel- und Westeuropa dramatisch, man befürchtete, Pferde würden bald "nur noch im Zoo" zu sehen sein - 1970 gab es nur noch 250 000 Pferde in Deutschland, während es in den 1950 Jahren noch 2, 5 Millionen gewesen waren.
è dank des Reitsports ging es wieder aufwärts mit der Pferdezahl seit den 1970er Jahren
- 1948 1. Turnierkalender in Deutschland herausgegeben
- 1950 1. LPO wird herausgegeben;
gleichzeitig erscheint auch Ursula Bruns Erzählung über ein Gestüt für Shetland & Island Ponys, Die Mädels vom Immenhof (ab 1955 werden 3 Filme daraus), welches viele Menschen für eine ´alternative` Reiterei auf kleinen, unkomplizierten Pferden fernab von staubigen Hallen, Kavallerie-Ton und Leistungsdruck begeistert.
- 1950er Jahre: Oberlandstallmeister Gustav Rau begründet die ländlichen Reitervereine; die meisten Mitglieder sind Bauern; die Reitlehrer stammen gewöhnlich aus der Kavallerie.
- 1956: Erich Glahn, Reitkunst am Scheideweg - äußert starke Kritik an grober Reiterei bei den Olympischen Spielen.
- 1959: Deutsche Reitschule in Warendorf begründet
Deutsche Meisterschaften in Springen, Dressur, Military und Viererzugfahren eingeführt.
- 1965: Alois Podhajsky (ehemaliger Direktor der Spanischen Hofreitschule Wien), Die Klassische Reitkunst, Kritik an ´Schnelldresseuren`, welche durch Zwang die äußere Form eines versammelten Pferdes nachahmen
- 1966: Erster Trekking Club Deutschland gegründet
- 1970er Jahre: Westernreiterei verbreitet sich, Import von Quarters & Friesen, andere ´exotische` Rassen folgen
- 1970: 13. Januar: Im Dokumentarfilm Bemerkungen über Pferde erklärt der Journalist Horst Stern, daß extrem hohe Sprünge für Pferde nicht natürlich sind. Extreme Reaktionen.
Bei der VM der Springreiter in La Baule wird brutale Behandlung und Bestrafung von Pferden von den Richtern und den meisten Journalisten nicht kommentiert. Der spätere Gewinner David Broome muß 2 Tage lang warten, da das Maul seines Pferdes während des Mannschaftsfinales blutig gerissen worden war. Der Journalist Horst Stern, der viel über Umweltprobleme und Tierschutz schreibt, ist so geschockt, daß er im Magazin stern darüber berichtet.
- 1971: Horst Stern, Bemerkungen über Pferde - starke Kritik an nicht-pferdegerechter Reiterei, speziell im Springsport (z. B. auf die Brust niedergeriegelte Pferde)
- 1972: erste Pferdemesse (wird später zur Equitana)
- 1973: FN bildet ein Komitee "Freizeitreiten und Breitensport". Freizeitreiter wittern einen Versuch, sie in die Reitvereine ´zurückzuzwingen` und gründen eigene Vereinigung VFD, um Reitverbote zu verhindern.
- Neue Pferderassen, neue Inspirationsquellen werden ständig gesucht, die ´Guru-Welle` rollt an
- 1974: Horst Stern, Bemerkungen über Pferde - scharfe Kritik am extremen Springreiten und den Gesundheitsschäden beim Pferd, zu denen es führen kann
- 1975: TTEAM, The Tellingtion-Jones Equine Awareness Method
- 1977: FS-Testzentrum Reken als Reitschule für Freizeitreiter gegründet, Ursula Bruns und Pädagogin Inge Beer entwickeln die "Leichte Reitweise", die streßfreies Reitenlernen ermöglichen soll, Einsatz von Medien und Didaktik anstatt Drill, 11-Tage-Kurse für erwachsene Einsteiger.
- 1978: Rolf Becher legt das Richteramt nieder aus Kritik an der Entwicklung des Sports zum "Höher-Weiter-Schneller" um jeden Preis.
- 1980er Jahre: Reiten wird in Deutschland zum Hobby für Jedermann.
Mehr und mehr Pferdemessen, starkes Wachstum.
Seit den 1980er Jahren zunehmendes Interesse an der Wiederentdeckung der Klassischen Reitkunst (z. B. Artikel von Richard Hinrichs in der Freizeit im Sattel etc.)
- 1985: Die FN hält ein Seminar über "Andere Reitweisen". Klassisch-Iberische Reitweise, Westernreiten, Gangpferdereiten und Distanzreiten werden gezeigt, stoßen jedoch auf wenig Verständnis.
1. WM für Islandpferde in Schweden
- 1986: Rolf Bechers Methode des Springreitens nach Caprilli erhält den Markennamen "Chiron".
- 1987: FN-Broschüre Reitsport 2000 - vorsichtige Öffnung gegenüber Nicht-Turnierreitern, erkennt Bedeutung naturgemäßer Pferdehaltung an
- 1988: Hansepferd in Hamburg, Eurocheval in Offenburg, OFFA Pferdemesse in St. Gallen, PFERD in Bern - Pferdemessen boomen.
- 1989: ´Horsemanship-Guru` Monty Roberts wird pferdetechnischer Berater von Königin Elisabeth II. von Großbritannien, erlebt immer größeren kommerziellen Erfolg mit seinen Shows und der Vermarktung seiner Techniken; später werden von unterschiedlicher Seite, auch von Verhaltensforschern, Zweifel an der Pferdefreundlichkeit seiner Methoden geäußert (auch zu Fuß ´gejagt` werden ist Streß für Pferde, es gibt auch psychischen Druck, ´Zähmung` erfolgt durch ´Streßnarkose` usw.)
Immer neue ´Horsemanship-Gurus` tauchen auf und begeistern ihr Publikum.
LAG - Laufstall-Arbeitsgemeinschaft begründet
- 1990-1991: "Barr-Affäre" - heimliche Filmaufnahmen zeigen, wie bei Paul Schockemöhle Springpferde gebarrt werden
- 1992: Im Anschluß an die "Barr-Affäre" nimmt die FN die sog. "Ethischen Grundsätze" in Gebrauch (beschlossen schon 1991), die festlegen, daß die Gesundheit des Pferdes Vorrang hat vor sportlichem Ehrgeiz.
Die FN merkt immer stärker die Konkurrenz der ´Alternativen`.
Das Bewußtsein dafür, daß ´Turnierreiten auf dunkelbraunen Sportpferden` nicht die einzige existierende Reiterei ist, wächst zunehmend; im Kosmos-Verlag erscheint z. B. Susanne Kronenberg, Handbuch Reitweisen: Der passende Reitstil für Reiter und Pferd.
Die Fachzeitschift St. Georg 11 (1992) prägt das Wort "Rollkur" und prangert das Herunterziehen des Pferdekopfes durch Sportreiter an.
- 1993: Claus Penquitt, Die Freizeitreiterakademie
Monty Roberts´ Equitana-Demo gewinnt zuerst noch wenig Anhänger, aber später macht perfektes Marketing ihn weithin bekannt.
Die Freizeitreiter-Zeitschrift Pegasus Das Pferdemagazin hat Erfolg auf dem deutschen Markt.
Klaus Ferdinand Hempfling, Mit Pferden Tanzen; Hempfling ist die Sensation auf der Equitana (in späteren Jahren wird der Wahrheitsgehalt einiger seiner Behauptungen bezweifelt und es werden Anklagen wegen ´Sektenwirksamkeit` erhoben).
- 1994: Claus Penquitt eröffnet seine "Freizeitreiter-Akademie".
Kunststoffbeschläge werden kontrovers diskutiert.
1. LAG-Stallwettbewerb für artgerechte Pferdehaltung
- 1995: Karl Ferdinand Hempfling auf dem Höhepunkt seiner Popularität, tägliche ´Zähmungen` auf der Equitana
Pat Parelli, Natural Horse-Man-Ship ins Deutsche übersetzt, Parelli genießt große Aufmerksamkeit auf der Equitana.
3-teilige Trensengebisse werden häufiger, speziell aus Aurigan, immer größeres Augenmerk auf pferdegerechte Ausrüstung.
Erster Einsatz computergestützter Messungen zur Sattelanpassung
FN-Seminar "Klassische Reitkunst - Turniersport - Alternative Reitweisen" stößt dieses Mal auf größeres Interesse.
Rolf Becher erringt mehr Anerkennung.
- 1996: Kritische Fachzeitschrift Cavallo erscheint, beschäftigt sich überhaupt nicht mit dem Turniersport, sondern nur mit Fragen der Reitlehre, Pferdehaltung und des Umgangs mit Pferden. Wird sofort ein Erfolg und im April 1999 Europas größte Pferdezeitschrift (die teilweise vergleichbare Pegasus/ Freizeit im Sattel erschien schon seit 1979).
Monty Roberts, The Man Who Listens to Horses; wird als Autobiographie vermarktet, der Wahrheitsgehalt wird jedoch von verschiedenen Seiten angegriffen, unter anderem von Besitzern von Pferden, die bei Roberts zum Training waren.
Phillipe Karls Buch Hohe Schule mit der Doppellonge ins Deutsche übersetzt à Einfluß auf das zunehmende Interesse an der Klassischen Bodenarbeit und Klassischen Reitkunst
Bent Branderup, Akademische Reitkunst, beschreibt seine Rekonstruktion der Reiterei der Renaissance/ Barock; wird zunehmend als eigene Reitweise vermarket, mit eigener Trainerausbildung etc.
Das Fachblatt Pferdemarkt bilanziert, daß die FN offensichtlich nicht in Anspruch nehmen kann, für alle deutschen Pferde und Reiter zu sprechen; das Blatt meint, der Versuch der FN, die ´Anderen` einzubeziehen und Freizeitreitern Warmblüter zu verkaufen, wird kaum funktionieren.
- 1997: Das Fachblatt Pferdemarkt weist auf die große Konkurrenz hin, welche das deutsche Warmblut-Sportpferd auf dem Markt für Freizeitpferde von den diversen eingeführten ´exotischen` Rassen erhält.
- 1998: Dr. Reiner Klimke verärgert die Szene durch den Ausspruch, es gäbe keine 10 Trainer mehr, die korrekt nach der Klassischen Lehre ausbilden, und daß bessere und bessere Pferde schlechtere und schlechtere Reiter ausgleichen müßten.
1. Dressur-Championat für Barockpferderassen
Fachblatt Pferdemarkt schreibt, daß mehr und mehr Reiter aus konventionellen Reitvereinen aufgrund schlechten sozialen Klimas und eines unattraktiven Angebots ´flüchten`.
Nicholas Evans Roman The Horse Whisperer erregt Aufsehen.
Der Film The Horse Whisperer mit Robert Redford läuft in Deutschland an; Monty Roberts behauptet, das Vorbild der Romanfigur zu sein, obwohl Buck Brennaman verantwortlich für die Pferdeszenen war.
Die Sattlerfirma Waldhausen bietet jetzt über 6400 verschiedene Produkte an - 1958 waren es nur 200 gewesen.
Mehr und mehr ´Pferdegurus` ziehen auf Tournée, Pferdeausbildung wird zur ´Show`.
Die Freizeitreiterszene entdeckt zirzensische Lektionen, Schaupferdeausbilder wie Alfred Schauberger geben Kurse.
- Februar & Oktober 1999: Die Freizeitreiterzeitschrift Pegasus (Schweiz) veröffentlicht einen langen kritischen Artikel über das ´Horsemanship-Guru-Phänomen`.
- März 1999: Die Freizeitreiterzeitschrift Pegasus (Schweiz) veröffentlicht einen Artikel über die Geschichte der Freizeitreiterei, welcher diese bis in die 1960er Jahre zurück verfolgt.
- 2005: Die Sportreiterzeitschrift St. Georg veröffentlicht einen Angriff auf niederländische "Rollkur"-Reiter.
- 2006: Gerd Heuschmann, Finger in der Wunde - Verurteilung der brutalen Überzäumung von Pferden = "Rollkur" (z. B. Anky van Grunsven) aus veterinärmedizinischer Sicht. Es folgen erhitzte Diskussionen.
- April 2007: FN genehmigt ersten Trainer-C-Lehrgang des Bundesverbands fűr Klassisch-barocke Reiterei
- 09.02.2010: FEI-Sitzung kommt nach langen Diskussionen zu dem Schluß, daß die beschönigend "Hyperflexion" genannte "Rollkur" auch im Turniersport verboten werden muß; das als ´nicht aggressiv` bewertete Lang-und-Tief-Einstellen "LDR" = "Long-Deep-Round" wird allerdings weiterhin erlaubt.
- Gegenwärtig hält der Trend zur humanen Klassischen Reitkunst weiterhin an, gleichzeitig steigt weiterhin das Interesse an artgerechter Pferdehaltung, humanen Trainingsmethoden fűr vierbeinige und menschliche Schűler, pferdegerchter Sattelung und Zäumung, usw. Im Turniersport wird weiterhin der Gegensatz von extremen ´Showdarbietungen` und individueller, dem Pferd dienender Gymnastizierung diskutiert.
(Stand: Sommer 2010.)
Wissen ist Macht... auch in der Klassischen Reitkunst.
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Diverse Jahrgänge der Zeitschriften:
Cavallo - Das Magazin für aktives Reiten
Dressur-Studien
Fachblatt Pferdemarkt
Hesteliv
Hestesport
Horse
Horse & Rider
Pegasus Das Pferdemagazin/ Freizeit im Sattel
Pferdebörse
Reiten Sankt Georg
Reiter Revue International
Ridehesten
Your Horse

