Klassische Pferde für die Klassische Reitkunst
Man ist enig darin, daß Pferde mittlerer Größe am meisten Leben und Beweglichkeit haben: wahrlich, ich mag diesen Typ Pferd sehr, wenn sie einen guten Charakter haben und gut gebaut sind; mit klaren, lebendigen, resoluten und unverschämten Augen; welche die Welt ansehen mit einer Art Verachtung.
- Philipp Astley, Reitmeister, 1775.
Die Klassische Alternative -
´die Kaiserschimmel`
Shagya-Araber Stute BARONESS II, Lehrpferd für die Klassische Reitkunst. © 2010 NESSA Equestrian Design
Lipizzanerstute RIDUNICA, Lehrpferd für die Klassische Reitkunst. © 2010 NESSA Equestrian Design
Es gibt zwei alte Kulturpferderassen, die aufgrund ihrer Seltenheit wenig bekannt sind, welche aber genau dem Anspruchsprofil der feinen Klassischen Reitkunst entsprechen - inklusive einer Portion Romantik und stolzer Geschichte.
Die "Kaiserschimmel" der k. & k. Doppelmonarchie Österreich-Ungarn - die Lipizzaner und die Shagya-Araber - sind zwei verwandte Populationen, die, geformt im ´klassischen Zeitalter` der Reiterei (Barock und Klassizismus), sowohl ihren ursprünglichen Typ bewahrt haben, als auch niemals ´Moderassen` geworden und damit vor den damit verbundenen Qualitätsproblemen verschont geblieben sind.
Denn beide Rassen wurden nie für ´den Markt` gezüchtet - die Zucht lag in den Händen staatlicher Gestüte mit dem Auftrag, den erreichten Typ zu bewahren, bzw. beim Shagya zunehmend in den Händen enthusiastischer Privatzüchter, die aus Liebe zu einer Rasse wirkten, mit der das große Geld nicht zu verdienen war. Beide Rassen haben stark verankerte Leistungsmerkmale, durch wohlüberlegte Linienzucht und durch Betonung der Leistung als Selektionsmerkmal. Was bei den Lipizzanern der Einsatz der Hengste an der Hofreitschule, das war bei den Shagyas ihre Bewährung in der Kavallerie, und zeitweise auch die der Zuchtstuten in harten Eignungstesten.
Wo bei anderen Rassen die Ganzheit der Gebrauchsqualität, inklusive Charakter und Gesundheit, oftmals im Laufe ihrer Geschichte einer Konzentration auf einzelne verkaufsfördernde Aspekte wie z. B. ´modisches` Äußeres oder extreme Trabverstärkung oder Sprungkraft weichen mußte, oder gewinnorientierter Vermehrung zum Opfer fiel, sind die "Kaiserschimmel" durchgehend in erster Reihe an ihrer Leistung gemessen worden - auch wenn Individuen von exquisiter Schönheit in dieser Population nicht selten sind. Diese zwei Edelpferderassen, ´von Staats wegen` für die Repräsentation bzw. die Kriegsmaschinerie des Kaiserhauses gezogen, haben so aufgrund ihrer einzigartigen Zuchtgeschichte mit der extrem strengen Selektion, der Reinzucht und dem stabilen Zuchtziel, ihre einzigartigen Qualitäten eines ´Gebrauchspferdes auf höchstem Niveau` bis heute bewahrt.
Daher können diese Rassen zusammen praktisch jeden Wunsch auch des ambitioniertesten Reiters abdecken - der Shagya als der fidele Tausendsassa, der fast jede denkbare Disziplin auf hohem Niveau meistern kann, einschließlich der Möglichkeit, sich auch mal im konventionellen Reitsport zu versuchen - der Lipizzaner als der ausgewiesene Spezialist für die Klassische Dressur. Alles in handlicher Größe, komplett mit Adel und Schönheit, menschenbezogenem Charakter und der gewissen Exklusivität...
Und zusätzlich eignen sie sich nicht nur für das kultivierte Reiten, sondern ebenfalls ausdrücklich fürs Fahren, welches auch historisch unter ihren Aufgabengebieten gewesen ist.
Damit bieten diese beiden Rassen genau das, was sich heute viele anspruchsvolle Reiter und Fahrer wieder wünschen - nur wissen sie oft aufgrund des mangelnden ´Marketings` für diese Rassen zu diesem Zweck, oft noch nichts davon... Diese Rassen bewußt zu züchten, und gut ausgebildet vorzustellen und zu bewerben, ist also nicht nur wünschenswert unter dem Gesichtspunkt der Erhaltung von genetischer Vielfalt und Kulturgut. Es heißt auch, dem anspruchsvollen, an der ´feinen Lebensart zu Pferde` interessierten Reiter, das ideale Pferd nicht vorzuenthalten.
So, hier sind sie, unsere ´k. & k.-Pferde` (="kaiserlich und königlich"=siehe Habsburger), für die ´k. & k.-Reiterei` (="Klassik konkret"...)
Barocke Power-Pakete für die Hohe Schule: Lipizzaner. Übrigens auch außerordentliche Fahrpferde. Und springen tun sie auch... Lipizzaner-Stute RIDUNICA. © 2010 NESSA Equestrian Design



